Zivilisationskrankheiten, Wohlstandskrankheiten

Wohlstandskrankheiten - eine Definition

Als Zivilisationskrankheiten, auch Wohlstandskrankheiten genannt, werden Erkrankungen bezeichnet, deren Erkrankungsrisiko in einem sehr wahrscheinlichen Zusammenhang mit den Lebensverhältnissen steht. Diese Lebensverhältnisse bzw. Lebensgewohnheiten sind vor allem in hoch entwickelten Industrieländern anzutreffen. Allerdings kann nicht der Rückschluss gezogen werden, dass eine verbesserte Infrastruktur, wie sie in Industrieländern üblich ist, Krankheiten hervorruft. Eher ist das Gegenteil der Fall. Es geht auch nicht um eine schlechte medizinische Versorgung, denn auch diese ist in den meisten Industrieländern zweifellos vorbildlich. Zivilisationskrankheiten werden also nicht durch Zivilisation hervorgerufen, sondern entstehen dadurch, dass sich die Menschen in diesen Ländern häufig einen ungesunden Lebensstil angeeignet haben. Wohlstandskrankheiten entstehen beispielsweise durch Überernährung oder Bewegungsarmut.

 

 

Früher waren Seuchen ein großes Risiko
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schlägt Alarm. Waren es bislang Seuchen, die als Geißel der Menschheit galten, werden diese in den globalen Statistiken wohl bald von den Zivilisationskrankheiten eingeholt. Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben in erschreckendem Maße auch in den Schwellenländern zugenommen. Nicht vernachlässigen darf man dabei, dass die Zivilisationskrankheiten ökonomische Fortschritte gefährden können, auch durch Einbußen von Arbeitskraft und Produktivität. Verbesserte Lebensbedingungen haben nun zur Folge, dass Zivilisationskrankheiten steigen. Daher wird Fettsucht schon als neue Epidemie des 21. Jahrhunderts bezeichnet. Die Ursachen, die in den so genannten Wohlstandsländern als begünstigender Umstand für Zivilisationskrankheiten gelten sind bekannt: Bewegungsarmut, ungesundes Essen, Tabakkonsum.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen – jeder kann etwas tun
Erkrankungen von Herz und Kreislauf zählen immer noch zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland. Allerdings kann jeder etwas dafür tun, dass das Herz gesund und der Körper fit bleibt. Wer sich körperlich bewegt, kann sein Herz schützen. Wer bereits an einer Herzkrankheit leidet oder Herzprobleme hat, sollte vor dem Training immer seinen Arzt konsultieren, welche Sportarten in welcher Intensität sinnvoll sind. Auch die Angst vor einem weiteren Herzinfarkt lässt viele Menschen zögern, sich allzu sehr sportlich zu betätigen. In diesem Fall ist der Arzt ein kompetenter Ratgeber.

Um Herz- und Kreislauferkrankungen vorzubeugen, ist regelmäßige sportliche Bewegung anzuraten. Besonders Sportarten, bei denen größere Muskelgruppen trainiert werden, wie beim Laufen, Walken oder Radfahren, werden von Experten empfohlen. Falls dies im individuellen Tagesablauf einzuplanen ist, sollte das Training üblicherweise vier- bis fünfmal in der Woche stattfinden. 30 bis 45 Minuten werden allgemein empfohlen. Den Satz: „Laufen ohne Schnaufen.“, sollte jeder beherzigen, der Herz- und Kreislauferkrankungen vorbeugen möchte. Es geht nicht darum, sich mit Hochleistungssportlern zu messen.

Diese allgemeinen Empfehlungen gelten für gesunde Menschen. Wer bereits zu den Risikopatienten gehört oder sich unsicher ist, welches Training er sich zumuten kann, sollte vorab mit seinem behandelnden Arzt einen individuellen Trainingsplan aufstellen.

 

 

Körperfett und Übergewicht
Immer mehr Menschen sind heute von Übergewicht betroffen. Zwar ist Fett nicht gleich Fett, allerdings kann beispielsweise Bauchfett ein Faktor sein für die Risikoerhöhung von Zuckerkrankheit und Arteriosklerose. In Folge kann das Risiko für Bluthochdruck steigen. Abnehmen ist also nicht nur ein kosmetisches Problem, sondern verringert das Risiko, an Zivilisationskrankheiten und deren Folgen zu erkranken.

 

Vorsorge - Gesundheit